Zahnfleischschwund (gingivale Rezession) – Ursachen erkennen, gezielt behandeln

Freiliegende Zahnhälse, Empfindlichkeit oder ein „länger wirkender" Zahn? Zahnfleischschwund hat verschiedene Ursachen – von Parodontitis über Putztechnik bis Bruxismus. Wir klären die Ursache und behandeln gezielt: für Schutz, Komfort und Ästhetik.

Was ist Zahnfleischschwund?

Gesundes Zahnfleisch liegt fest am Knochen an und schützt Zahnhälse und Wurzeloberflächen. Zieht es sich zurück, spricht man von Zahnfleischschwund (gingivale Rezession). Die Zahnhälse liegen frei – das kann drei Folgen haben:

  • Empfindlichkeit: Reaktion auf kalt, warm, süß und sauer – der freiliegende Zahnhals hat keine schützende Schmelzschicht
  • Zahnhalskaries: Die ungeschützte Wurzeloberfläche ist anfälliger für Karies
  • Ästhetische Beeinträchtigung: Zähne wirken „länger", ungleichmäßiger Zahnfleischverlauf – besonders im Frontzahnbereich sichtbar

Ursachen: warum zieht sich Zahnfleisch zurück?

Zahnfleischschwund hat selten eine einzige Ursache – häufig wirken mehrere Faktoren zusammen:

  • Parodontitis: Eine der häufigsten Ursachen. Die chronische Zahnfleischentzündung baut den Kieferknochen ab – das Zahnfleisch folgt dem Knochenverlust und zieht sich zurück. Ausführliche Informationen auf unserer Seite zur Parodontologie.
  • Putztechnik: Zu starker Druck, harte oder abgenutzte Borsten, horizontales „Schrubben" statt sanfter Technik beschädigt das Zahnfleisch mechanisch (Putztrauma)
  • Biotyp und Veranlagung: Dünnes Zahnfleisch (dünner Biotyp) ist anfälliger für Rezessionen – genetisch bedingt
  • Bändchenzüge: Straffe Lippen- oder Gaumenbändchen bringen Zug aufs Zahnfleisch und können den Rückgang begünstigen
  • Knirschen und Pressen (Bruxismus): Chronische Überbelastung kann Knochen und Zahnfleisch schädigen. Eine Aufbissschiene schützt vor weiterer Belastung.
  • Mechanische Reize: Piercings im Lippen- oder Zungenbereich können durch ständigen Kontakt den Zahnfleischrückgang auslösen
  • Altersbedingte Veränderungen: Mit zunehmendem Alter nimmt die Dicke und Durchblutung des Zahnfleischs natürlicherweise ab
Parodontitis erkennen und behandeln: Wenn Zahnfleischschwund durch Parodontitis verursacht wird, muss zuerst die Entzündung unter Kontrolle gebracht werden – sonst schreitet der Knochenabbau fort. Unsere Parodontitis-Therapie behandelt die Ursache systematisch und schafft die Grundlage für jede weitere Behandlung.

Behandlung: wie wird Zahnfleischschwund therapiert?

Ziel ist, die Ursache zu behandeln, weiteren Rückgang zu stoppen und freiliegende Zahnhälse zu schützen. Je nach Befund kommen konservative und chirurgische Maßnahmen zum Einsatz:

1. Ursachenbehandlung

  • Parodontitis-Therapie: Wenn eine Parodontitis vorliegt, wird zuerst die Entzündung behandelt – die Grundlage jeder weiteren Maßnahme
  • Mundhygiene-Training: Optimierung der Putztechnik – sanfter Druck, richtige Bürste, systematische Reinigung. Professionelle Mundhygiene unterstützt langfristig.
  • Aufbissschiene bei Bruxismus: Wenn Knirschen oder Pressen die Ursache oder ein Verstärker ist, schützt eine individuell angepasste Aufbissschiene Zähne und Zahnfleisch
  • Bändchenkorrektur: Straffe Lippen- oder Gaumenbändchen können chirurgisch gelöst werden, um den Zug auf das Zahnfleisch zu reduzieren

2. Chirurgische Deckung freiliegender Zahnhälse

Bei geeigneter Indikation kann dünnes Zahnfleisch durch ein Schleimhaut- oder Bindegewebstransplantat verstärkt und der freiliegende Zahnhals abgedeckt werden:

  • Bindegewebstransplantat: Körpereigenes Bindegewebe wird minimalinvasiv vom Gaumen entnommen und im Bereich der Rezession eingebracht
  • Ziel: Zahnhals abdecken, Zahnfleisch verstärken – für mehr Schutz, weniger Empfindlichkeit und natürlichere Ästhetik
  • Anspruchsvolle Technik: Die chirurgische Deckung zählt zu den spezialisierten Bereichen der Parodontalchirurgie. Saubere Diagnostik, richtige Technik und strukturierte Nachsorge sind entscheidend.

Zahnfleischschwund verstehen – Video & Hintergrund

Video: Zahnfleischschwund erklärt

Warum die Diagnostik entscheidend ist

Nicht jeder Zahnfleischschwund ist gleich – und nicht jede Rezession braucht ein Transplantat. Die entscheidende Frage ist: Was ist die Ursache?

In der Beratung prüfen wir Zahnfleisch, Knochen, Biss, Putztechnik und mögliche Auslöser (Parodontitis, Bruxismus, Bändchenzug). Daraus entsteht ein klarer Behandlungsplan – mit realistischer Einschätzung, ob und wie viel Deckung möglich ist.

Zahnfleischschwund behandeln – direkt bei der Autobahn-Abfahrt Mondsee

Unsere Ordination in Tiefgraben bei Mondsee (5310) liegt direkt bei der Autobahn-Abfahrt Mondsee, mit kostenfreien Parkplätzen vor der Tür. Diagnostik, Parodontitis-Therapie und chirurgische Deckung aus einer Hand. Gut erreichbar aus Salzburg (ca. 20 Min.), Vöcklabruck und dem bayerischen Grenzgebiet.

Häufige Fragen zu Zahnfleischschwund

Was ist Zahnfleischschwund (gingivale Rezession)?

Von gingivaler Rezession spricht man, wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht und Zahnhälse freiliegen. Typische Folgen sind Empfindlichkeit, erhöhtes Kariesrisiko am Zahnhals und ästhetische Beeinträchtigung.

Kann Parodontitis Zahnfleischschwund verursachen?

Ja – Parodontitis ist eine der häufigsten Ursachen. Die chronische Entzündung baut den Kieferknochen ab, das Zahnfleisch folgt dem Knochenverlust. Eine Parodontitis-Therapie ist in diesem Fall die Grundlage jeder weiteren Behandlung.

Ist Zahnfleischschwund immer entzündungsbedingt?

Nein. Rezessionen können auch ohne aktive Entzündung entstehen – durch Putztrauma, dünnen Biotyp, Bändchenzüge oder Knirschen/Pressen. Die Diagnostik klärt, welche Ursache vorliegt.

Was ist ein Bindegewebstransplantat?

Körpereigenes Bindegewebe wird minimalinvasiv vom Gaumen entnommen und im Bereich der Rezession eingebracht. Ziel ist, dünnes Zahnfleisch zu verstärken und freiliegende Zahnhälse abzudecken – für Schutz, weniger Empfindlichkeit und natürlichere Ästhetik.

Hilft eine Aufbissschiene bei Zahnfleischschwund?

Wenn Knirschen oder Pressen (Bruxismus) eine Mitursache ist, kann eine individuell angepasste Aufbissschiene die Belastung auf Zähne und Zahnfleisch reduzieren und weiteren Rückgang bremsen.

Was kostet eine Schleimhauttransplantation?

Die Kosten hängen von Ausdehnung und Technik ab. In Österreich dürfen Zahnärzte gemäß Ärztekammer-Richtlinien keine Preise veröffentlichen. Sie erhalten nach der Diagnostik einen transparenten Kostenplan. Infos zur Kostentransparenz.

Beratung zu Zahnfleischschwund

Wir prüfen Ursache und Befund – und beraten transparent zu Behandlungsoptionen und Erfolgsaussichten.

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